Acht wahre Heilmittel für Ihre Gesundheit.
Welchen Einfluss hat der Lebensstil
auf unser Denken und Fühlen?
Mit ihrer Aussage dass „zwischen Körper und Geist eine sehr enge Beziehung
besteht“ drückt die Gesundheitsexpertin und Autorin Ellen White aus,
dass der Mensch eine unzertrennliche Einheit aus Körper und Geist ist.
Körper, Geist und Seele beschäftigen die Philosophen schon seit uralten
Zeiten. Die Griechen glaubten, der Mensch habe eine zweifache Natur – Körper
und Seele, die getrennt voneinander existieren könnten. Die (unsterbliche)
Seele, so sagten sie, würde beim Tod das Gefängnis des Körpers
verlassen. Diese den Körper degradierende Sicht ist für falsche Religionen
typisch und hat das westliche Denken und auch die Christenheit tiefgehend beeinflusst.
Auch wenn die medizinische Wissenschaft heutzutage anerkennt, dass der Geist
einen wichtigen Einfluss auf den Körper ausübt, scheint man umgekehrt
den Einfluss des Körpers auf den Geist nicht recht wahrhaben zu wollen,
besonders unter Psychiatern und Psychologen. Das heißt nicht, dass diese
Spezialisten die körperlichen Krankheiten ihrer Patienten nicht beachten
würden; aber viele richten ihre Aufmerksamkeit zu wenig auf den Lebensstil
ihrer Patienten. Das Gleiche kann man über die massenhaft erscheinenden
populären Selbsthilfebücher sagen.
Nach meiner Sicht muss ein vollständiges
therapeutisches Programm den Lebensstil berücksichtigen, egal ob die zu
lösenden Probleme seelischer, körperlicher
oder geistlicher Art sind. Oft ist die Veränderung des Lebensstils der
wichtigste und wirksamste Teil der Behandlung. Die zusätzliche Energie
sowie der klare Verstand, die aus einem veränderten Lebensstil resultieren,
reichen vielleicht schon aus, um einer Person bei der Lösung ihrer Probleme
zu helfen.
Psychologische Beratung und Therapie sind heute überaus populär,
aber leider wird in der Praxis oft übersehen, dass der Lebensstil des
Patienten der Hauptfaktor für seine psychischen Probleme sein kann. Würden
diese Patienten nur einen wirklich gesunden Lebensstil annehmen, bräuchten
viele womöglich keinen Psychotherapeuten mehr. Keine christliche Seelsorge,
mag sie noch so biblisch fundiert sein, ist vollständig, solange der Lebensstil
außer Acht gelassen wird.
Da das Gehirn das Organ des Geistes ist, sind seelische und geistliche Gesundheit
von der Gesundheit des Gehirns abhängig. Die christliche Autorin Ellen White
schreibt in ihrem Buch Erziehung (deutsche Übersetzung S. 193), dass der
Heilige Geist nur auf einem einzigen Weg mit uns kommunizieren kann, über
unsere Gehirnnerven. Diese Nerven müssen ständig mit Sauerstoff und
Glukose versorgt werden, sonst würden sie nur wenige Minuten überleben.
Deshalb braucht man ein effektives Transportsystem, um diese grundlegenden Stoffe
wie auch eine riesige Anzahl anderer notwendiger Materialien dorthin zu befördern
sowie Abfallprodukte und andere potenziell schädliche Substanzen zu beseitigen.
Ein guter Zustand des Herzens und der Blutgefäße sowie aller anderen
Organe unseres unglaublich komplexen Körpers ist also lebensnotwendig. Tatsächlich
kann alles, was das einwandfreie Funktionieren irgendeines Systems unseres Körpers
beeinträchtigt, unserer geistigen Gesundheit schaden. Was dagegen die Wirkungsweise
des Körpers verbessert, kann auch die geistige Gesundheit steigern. Der
Lebensstil ist so wichtig, weil er der Schlüssel zu einem optimalen Funktionieren
des gesamten Organismus ist.
„
Reine Luft, Sonnenlicht, Enthaltsamkeit, Ruhe, Bewegung, richtige Ernährung,
der Gebrauch von Wasser, Vertrauen in die göttliche Kraft - dies sind die
wahren Heilmittel“, schrieb die Gesundheitsexpertin Ellen White (The Ministry
of Healing, S 127) schon vor über 100 Jahren.
Sie sind auch die Lebensstilfaktoren, die Körper und Geist gesund erhalten.
Der Grundsatz, die Ursachen einer Krankheit herauszufinden und der Natur dabei
zu helfen, diese Ursachen zu beseitigen, gilt für mentale Krankheiten ebenso
wie für körperliche. Das Akronym NEWSTART ist dafür eine nützliche
Gedächtnishilfe und Checkliste.
NEWSTART aus der englischen Sprache übersetzt bedeutet „Neubeginn“.
Es besteht aus den Anfangsbuchstaben der acht Heilmittel:
N für Nutrition
(Nahrung)
E für Exercise (Bewegung)
W für Water (Wasser)
S für Sunlight (Sonnenlicht)
T für Temperance (Mäßigkeit)
A für Air (Luft)
R für Rest (Ruhe)
T für Trust in God (Gottvertrauen)
Das Lebensstil - Programm NEWSTART® wurde
vom Weimar Institute of Health & Education
entwickelt und wird auch in Europa angeboten.
Quellen:
www.amazing-discoveries.org / Standpunkte 2/2007
www.wikipedia.org
www.weimar.org
www.bhhec.org
Ernährung
Beginnen wir dort, wo NEWSTART® auch beginnt, bei der Ernährung. Jeder
Mensch weiß, dass die Gefühle auf das Verdauungssystem wirken. Stressige
Situationen nehmen den Appetit, stoppen die Verdauung im Magen und treiben
den Darm an. Weniger bekannt, aber ebenso wahr ist, dass umgekehrt auch das
Verdauungssystem
den Geist beeinflusst – Gefühle, Urteilsvermögen und Verstand
eingeschlossen.
Wie viel essen? Einer der größten Unterschiede
zu vielen modernen Gesundheitsgurus ist Ellen Whites Behauptung, dass „Magen
und Gehirn eng verbunden sind“. Hier spielt die Menge der Nahrung eine
sehr große
Rolle und deshalb betonte die Gesundheitsautorin Ellen White schon vor über
100 Jahren die Mäßigkeit. Wenn unser Geist gesund werden oder bleiben
soll, lautet die erste Ernährungsregel, die richtige Lebensmittelmenge
zu essen – genug, um den Hunger zu stillen und das richtige Gewicht zu
halten, nicht weniger und nicht mehr. Überessen wirkt direkt auf das Gehirn
und macht es träge und schläfrig. Gewohnheitsmäßiges Überessen
fördert Depressionen. Auf der anderen Seite ist Lethargie auch ein Anzeichen
von Hunger. Nur wenige von uns kennen wirklich Hunger, aber viele Menschen
essen nicht genug und eine unangemessene Nahrungsaufnahme kann uns reizbar
und unruhig
machen.
Wann essen? Die zweite Ernährungsregel betrifft die richtige
Zeit zum Essen. Ein anderer Unterschied von Ellen White zu anderen Fachleuten
ist,
dass sie sich
dagegen ausspricht, zwischen den Malzeiten oder direkt vor dem Schlafengehen
zu essen.
Gesunder Menschenverstand, allgemeine Erfahrung und bei Menschen in Heilberufen
auch die klinische Erfahrung bestätigen diesen Standpunkt. Aber wie steht
es mit der Wissenschaft? Es wurde gezeigt, dass Snacks zwischen den Mahlzeiten
die Magentätigkeit verlangsamen. Die Nahrung bleibt zu lang im Magen,
wodurch sie gären und schädliche Substanzen entwickeln kann, die
den Verdauungstrakt reizen oder in den Blutkreislauf gelangen und das Gehirn
benebeln.
Nahrung, die sich zur Schlafenszeit im Magen befindet, wird noch langsamer
verdaut und beeinträchtigt einen gesunden Schlaf. Üppiges Abendessen
führt
bekanntlich zu ziemlich lebendigen und interessanten Träumen. Wer weiß,
vielleicht hätten Freud und seine Patienten weniger Träume zu deuten
gehabt, wenn sie mit leerem Magen zu Bett gegangen wären!
Auch wenn Skeptiker
sich nur schwer davon überzeugen lassen, dass Essen
zwischen den Mahlzeiten zur Entstehung mentaler Krankheiten beiträgt,
lässt
sich kaum leugnen, wie wohltuend ein strukturierter Tagesablauf mit regelmäßigen
Zeiten für Essen und Schlafen ist. Die damit verbundene Selbstbeherrschung
stärkt die Willenskraft, die wir auch zur Bekämpfung mentaler Probleme
brauchen. Wie steht es mit der Art der Ernährung und ihrer Auswirkung
auf den Geist?
Nahrung und Laune ist unter Naturheiltherapeuten ein beliebtes
Thema. Nahrung kann sehr effektive Medizin sein, auch begleitend zu Medikamenten
oder Seelsorge.
Hippokrates hat angeblich gesagt: „Nahrung soll deine Medizin sein, und
Medizin soll deine Nahrung sein.“
Welche Nahrung / Lebensmittel? Man kann
wirklich keine bessere Definition der idealen Ernährung für Körper
und Geist finden als: „Getreide,
Früchte, Nüsse, Kräuter und Gemüse sind die Nahrung, die
unser Schöpfer für uns ausgewählt hat. Das sind wahre „Mittel
zum Leben“. Einfach und natürlich zubereitet, sind diese
Lebensmittel am gesündesten und nährreichsten. Sie geben mehr Kraft,
Ausdauer und geistige Leistungsfähigkeit als eine üppige und stimulierende
Ernährung.“
Ohne solche Richtlinien wäre die Auswahl der Lebensmittel
eher komplizieret, denn jeder Mensch verträgt bestimmte Nahrungsmittel
anders. Aber bei allgemein gesundem Lebensstil und guter Ernährung – überwiegend
vollwertige, unraffinierte Pflanzennahrung – sind individuelle Unverträglichkeiten
viel seltener und unproblematischer. (Hinweis: Ein Mangel an Vitamin B12 kann
mentale Probleme verursachen. Wer sich ausschließlich pflanzlich ernährt
oder damit beginnt, sollte seinen Vitamin B12-Spiegel im Blut untersuchen lassen
und gegebenenfalls ein B12-Präparat einnehmen.)
„Darm gesund – Mensch gesund“ bringt es auf den Punkt. Tief im Inneren
des menschlichen Körpers pulsiert das Leben in bislang unbekannter Vielfalt.
Im Darm wimmeln unzählige Arten von Bakterien, die bisher von Forschern
in dieser Vielfalt weder beschrieben noch kultiviert worden sind. Es wurden fast
400 verschiedene Bakterienstämme gefunden.
Darmbakterien machen demnach mindestens die Hälfte aller Zellen des menschlichen
Körpers aus. Sie helfen dabei, die Nahrung aufzuspalten und so dem Körper
die einzelnen Nährstoffe zur Verfügung zu stellen. Sie fördern
den Aufbau und den Erhalt der lebenswichtigen Darmschleimhaut und sind darüber
hinaus an der Abwehr von Viren, Pilzen und krankmachenden Bakterien beteiligt.
Wird das Gleichgewicht der Darmflora z. B. durch falsche Ernährung oder
Medikamente durcheinander gebracht, kann dies zu folgenschweren gesundheitlichen
Störungen führen. Darm krank - Mensch krank sollte unbedingt vermieden
werden.
Zucker. Für viele Menschen ist Zucker ein Grundproblem. Raffinierter
Zucker wird sehr schnell ins Blut aufgenommen, wodurch der Blutzuckerspiegel
rapide
ansteigt und häufig ebenso schnell wieder abfällt. Die Folgen sind
Schwäche, Zittern, Angst, Reizbarkeit und sogar Verwirrtheit. Hoher Zuckerkonsum
führt zu Schwankungen des Blutzuckerspiegels, was sich mit Sicherheit
nicht positiv auf das Gehirn auswirkt.
Unraffinierte Stärke in Vollkornprodukten und Kartoffeln wird langsam
aufgespaltet und aufgenommen und hält den Blutzuckerspiegel konstant.
Wenn man Zucker ganz weglässt und mehr stärkehaltige Lebensmittel
zu sich nimmt, kann man Probleme mit schwankendem Blutzucker und die damit
verbundenen nervösen
und mentalen Symptome heilen.
Weißer Zucker bringt noch andere Probleme
mit sich. Er scheint bei einigen Menschen wie ein Suchtkatalysator zu wirken – bei
einem Alkoholiker z. B. kann ein süßer Snack einen fast unwiderstehlichen
Drang nach Alkohol auslösen. Ein anderes Problem besteht darin, dass Industriezucker,
weil er keine Ballaststoffe oder Nährstoffe entfällt, nicht sättigt
und zu übermäßigem Konsum verführt. Weil dadurch weniger
nahrhafte Nahrung verzehrt wird, kommt es zu Mangelzuständen an Stoffen,
die für optimale geistige und körperliche Gesundheit notwendig sind.
Raffinierte
Nahrung. Das Gleiche trifft auf jede raffinierte Nahrung (Industrieprodukte)
zu, Pflanzenöl und Margarine eingeschlossen. Es ist besonders wichtig
zu wissen, dass Auszugsmehl dem Körper wertvolle Vitamine des B-Komplexes
raubt, die eine besondere Rolle in der Funktion von Gehirn und Nervensystem
spielen.
Man hat herausgefunden, dass psychisch kranke Patienten bei Ernährung
ohne ausreichend B-Vitamine ernsthafte Rückschritte machen. Unraffinierte
Getreideprodukte sollten deshalb ein Grundnahrungsmittel sein, will man ein
gesundes Urteilsvermögen
und Selbstbeherrschung haben.
Fett. Zu viel Fett ist für die geistige Gesundheit
ebenso schädlich
wie zu viel Zucker. Eine hohe Fettzufuhr, besonders wenn tierisches Fett aus
Fleisch oder Milchprodukten enthalten ist, macht das Blut zähflüssig
und den ganzen Kreislauf träge. Dadurch ist der Sauerstofftransport zum
Gehirn nicht mehr so effektiv, und das Denken fällt schwerer. Über
die Jahre entstehen ernsthafte Probleme, denn in den Arterien (auch denen,
die das Gehirn versorgen) werden fettige Substanzen abgelagert. Die Folge sind
verringerte
geistige Leistungsfähigkeit, fortschreitende Demenz durch kleinere Schlaganfälle
oder ein schwerer Schlaganfall. Hoher Zuckerkonsum verschlimmert den Schaden
noch.
Reduzieren Sie Fett- und Cholesterinzufuhr. Das gilt für tierische Fette,
für pflanzliche Fette, die industriell gefertigten Fette und Öle
(wie z. B. Margarine, Bratfette, Bratöle usw.). Viele davon beinhalten
unverträgliche
Transfette.
Fleisch. Und wie steht es mit Fleisch? Fleisch besteht hauptsächlich
aus Protein und Fett. Der Brennstoff für das Gehirn sind jedoch Kohlenhydrate.
Die Verdauung von Protein bedeutet für Herz, Leber und Nieren zusätzliche
Arbeit. Fleisch enthält eine ganze Anzahl von Stoffen, die das Nervensystem
reizen und stören. Bei genauerem Hinsehen bestätigt sich Ellen Whites
Aussage, dass tierische Nahrung die „tierischen Leidenschaften“ erregt,
jene schwer zu bändigenden Gefühle und Triebe, die sich auf die geistige
und geistliche Gesundheit verheerend auswirken. Fleisch ins kein Stück
Lebenskraft.
Robert McCarrison, einer der Begründer der Ernährungswissenschaft,
erforschte die Wirkung der Ernährung auf das Verhalten. Er fand heraus,
dass die verschiedenen ethnischen Gruppen, mit denen er arbeitete, zu unterschiedlichen
Wesenszügen neigten – einige waren kriegerisch, andere passiv. In
einer sorgfältigen Studie fütterte er Laborratten mit der Nahrung
dieser Gruppen und stellte fest, dass die Ernährung enorme Auswirkungen
auf das Verhalten der Tiere hatte und die Wesenszüge zum Vorschein brachte,
die er auch beim Menschen wahrgenommen hatte.
Eine überwiegend pflanzliche
Ernährung erzeugte friedliche Ratten,
viel Fleich und raffinierte Nahrung aggressive Ratten. Eine Gruppe von Ratten
erhielt die damals typische Ernährung eines britischen Arbeiters: Fleisch,
Weißbrot und zerkochtes Gemüse. McCarrison, selber Brite, meinte,
diese Ratten würden genau die britische Arbeitermentalität widerspiegeln – rau,
bestimmt und dennoch irgendwie beschränkt.
Wunderbare Veränderungen.
Es gibt zahlreiche Erfahrungsberichte über
die fast wundersamen Auswirkungen einer Ernährungsumstellung bei Schulkindern,
Studenten, Arbeitern und interessanterweise auch bei straffälligen Jungen.
Vor etwa 25 Jahren veröffentlichte der Kriminologe Alexander Schauss seine
Entdeckungen über die Zusammenhänge zwischen Ernährung und dem
Verhalten straffälliger Jungen. Wenn die zuckerreiche, raffinierte Nahrung
der Jungen durch gesunde, unraffinierte Pflanzennahrung ersetzt wurde, besserte
sich ihr Verhalten spektakulär.
Bei Schulkindern wurde schon oft gezeigt,
dass gute Ernährung oder auch
nur ein regelmäßiges Frühstück Noten und Verhalten bessern.
Auch Alkoholiker und Drogenabhängige sprechen auf Ernährungstherapien
gut an.
Beobachten Sie Ihre Essgewohnheiten und nehmen Sie systematisch notwendige
Korrekturen vor. Vergessen Sie aber nie: Essen sollte auch Lebensfreude
beinhalten.
Bewegung
Bewegung. Das zweite Heilmittel im NEWSTART®-Programm
ist für die mentale
Gesundheit ebenso wichtig wie Ernährung. Bewegung erhöht die Sauerstoffmenge
im Blut und verbessert den Fluss des Blutes zu den Zellen des Körpers.
Damit kann man das Wohlgefühl erklären, das die meisten nach einem
guten Spaziergang oder Fitnessprogramm erleben. Wir sind optimistisch, und Ängste
werden abgebaut. Weiterhin regt Bewegung das Gehirn zur Produktion von Endorphinen
an (natürliche, körpereigene Antidepressiva und Beruhigungsmittel) – eine
Erklärung für das häufig festgestellte Hochgefühl bei Joggern.
Das
Nationale Institut für mentale Gesundheit in den USA hat einiges darüber
herausgefunden, inwiefern wir von Bewegung profitieren. Neben dem allgemeinen
Nutzen für psychische Gesundheit und Wohlergehen zählen dazu auch
die kurzfristige Linderung von Stress, Angst und Druck sowie langfristig die
Verbesserung
von mittelschweren Depressionen, Muskelverspannungen und Stresshormonen.
Andere
Forschungen zeigen verbesserte Gedächtnis- und kognitive Leistungen
bei Personen mittleren Alters und älteren Menschen. Eine Studie verglich
die Wirkung eines 15-minütigen flotten Spaziergangs mit einer sehr bekannten
Beruhigungstablette. Die Wirkung des Spaziergangs war stärker und hielt
länger an.
Bewegung an frischer Luft und Sonnenlicht (nicht unbedingt Sonnenschein) wirkt
noch viel besser. Frische Luft, besonders in Parks und Blumengärten, im
Wald, in der Nähe von Seen und Wasserfällen sowie auch im Regen enthält
negativ geladene Ionen, die im Gegensatz zu dem meist positiv geladenen Ionen
der Innenluft kräftigend wirken. Sonnenlicht fördert die Produktion
von Endorphin.
Jüngste Forschungen haben gezeigt, dass Bewegung besser
und dauerhafter die Stimmung anhebt, wenn sie mit nützlicher Arbeit, z.
B. im Garten verbunden wird. Das spielt gerade für die Behandlung von
psychisch Kranken eine Rolle und bewahrheitet in interessanter Weise, was Ellen
White und der gesunde Menschenverstand
uns sagen.
Bewegung ist ein wahrer Jungbrunnen. Bewegung ist Therapie ohne Psychotherapeut
und kostet nichts. Bewegung „bläst den Staub aus dem Gehirn“ und
wirkt sich positiv auf die Gehirnfunktionen aus.
Wasser / Hydro-Therapie
Auch Wasser ist ein Faktor für geistige Gesundheit.
Schwere Dehydration (Austrocknung) hat genauso ernste Folgen wie Hyperhydration
(„Wasservergiftung“).
Eine leichte Dehydratiation macht das Blut zähflüssiger, wodurch
wie gesagt die Versorgung des Gehirns behindert wird. Bereits ein geringer
Grad an
chronischem Wassermangel trägt dazu bei, die mentale Verfassung chronisch
leicht niederzudrücken. Deshalb ist es so wichtig, immer genug Flüssigkeit
aufzunehmen. Weil wir alle unterschiedlich groß und breit sind, einen
individuellen Lebensstil haben und aus verschieden großen Gläsern
trinken, gilt als Daumenregel einfach, so viel zu trinken, dass der Urin blass
und klar bleibt.
Sehr wichtig ist Wasser auch zur Aufrechterhaltung einer normalen Nierenfunktion.
Die Nieren benötigen für ihre Entgiftungsfunktion reichlich Wasser.
1-2 Liter täglich wären ideal. Es kann sein, dass Sie einige Wochen
Zeit benötigen, bis Sie sich daran gewöhnt haben. Gemeint ist wirklich
Wasser und nicht Limonade, süße Säfte oder anderes.
Wasseranwendung
(Hydrotherapie) kann für die geistige Gesundheit sehr hilfreich
sein. Jeder weiß, wie beruhigend ein neutrales Bad wirkt (das Wasser
hat dabei Körpertemperatur) oder wie stimulierend es ist, nach einem warmen
Bad oder Dusche kurz kaltes Wasser über die Haut laufen zu lassen. Bevor
wirksame Medikamente aufkamen, wurden solche Methoden sehr weitläufig
angewendet. Auch die aufwändigeren Wasseranwendungen in Naturheilkliniken
können
sehr effektiv sein.
Sonnenlicht
Sonnenlicht hat eine ganze Liste nützlicher Wirkungen
auf Körper und
Geist. Eine der wichtigsten hängt mit dem Hormon Melatonin zusammen, das
als Reaktion auf Sonnenlicht im Gehirn produziert wird und das Gleichgewicht
von Schlaf- und Wachphasen beeinflusst. Helles Tageslicht sorgt für die
Produktion von Melatonin, das dann während der dunklen Stunden für
guten Schlaf sorgt.
Darum sind ein regelmäßiger Tagesablauf und natürliches
Licht so wichtig. Ein erstes Anzeigen für seelisches Ungleichgewicht kann
sein, wenn der Schlaf-Wach-Zyklus gestört ist und man „die Nacht
zum Tage macht“. Diesen Zyklus wiederherzustellen, also wach zu sein,
wenn es hell ist, und bei Dunkelheit zu schlafen, ist ein wichtiger Schritt
zur Heilung, sogar
bei schweren psychischen Erkrankungen.
Ideal ist, Sonne und Bewegung zu verbinden.
Und nicht vergessen: Lassen Sie auch Sonne in ihr Herz.
Mäßigkeit
/ Enthaltsamkeit
Mäßigkeit bedeutet Selbstbeherrschung in allen
Bereichen. Sie kann in ihrer Bedeutung für mentale und psychische Probleme
nicht überbetont
werden, da sie immer ein wesentlicher Teil des Heilungsprozesses ist. Enthaltsamkeit
als Heilmittel schließt zudem ein, sich von schädlichen Stoffen
fernzuhalten. Lassen Sie uns deshalb einen Blick auf einige Gifte werfen, die
so viele Menschen
freiwillig konsumieren.
Alkohol schädigt den Geist ganz offensichtlich:
Bei Exzessen kommt es zu Alkohol-Psychose und Alkohol-Demenz. Moderne Methoden
zeigen, dass bei starken
Alkoholikern die Großhirnrinde schrumpft, die Nervenzellen zerstört
werden und die Aktivität in diesen Bereichen abnimmt. Bei starken Trinkern
ist der allgemeine geistige und moralische Abbau unübersehbar, aber wie
steht es mit eher moderatem Alkoholkonsum? Schon zwei Drinks pro Woche können
das Denkvermögen beeinträchtigen, was noch mindestens 24 Stunden
nach dem letzten Glas messbar ist.
Nikotin. Dass Nikotin süchtig macht
und der Entzug nervöse Anspannung
verursacht, wurde früher geleugnet, ist nun aber allgemein anerkannt.
Weil die nächste Zigarette die Symptome wieder lindert, glaubt man fälschlicherweise,
Tabak würde die Nerven beruhigen. Die moderne Forschung scheint noch ganz
andre Abgründe der Wirkung von Nikotin aufzutun.
Ist die Tatsache, dass
psychiatrische Patienten so viel rauchen, Ursache oder Folge? Oder rauchen
sie einfah nur, weil sie nichts Besseres zu tun haben?
Gegenwärtig
wird ernsthaft die Möglichkeit erwogen, dass Tabak psychische Krankheiten
einschließlich Schizophrenie auslösen kann. Bis vor kurzem meinte
man, Raucher würden weniger an Alzheimer erkranken, ohne zu bedenken,
dass sie womöglich einfach nicht lange genug leben, um diese Krankheit
zu entwickeln.
Diese Meinung wird heute nicht nur bezweifelt; einige Forscher
glauben sogar, dass Nikotin direkt zur Entstehung von Alzheimer beiträgt.
Koffein.
Die Gesundheitsexpertin und Autorin Ellen White sprach und schrieb vor 150
Jahren bereits von einer toxischen und depressiven Wirkung von Koffein.
Es
ist eine bewusstseinsverändernde Droge, die Nikotin sehr nahe steht und
ebenso abhängig macht. Patienten mit psychischern Krankheiten trinken
im Durchschnitt viel mehr Kaffee als die meisten Kaffeetrinker, und es stellt
sich
die gleiche Frage über die Rolle des Kaffees bei der Entstehung mentaler
Erkrankungen (besonders Depressionen) wie bei Nikotin.
Kaffee ist ja bekannt
für körperliche „Angst“-Symptome
wie Zittern, schneller Herzschlag, Herzklopfen, ein Gefühl böser
Vorahnung, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit usw.
Zusätzlich senkt Koffein die
Schmerzgrenze, fördert Kopfweh und ein
ganze Reihe anderer Schmerzen. Bevor man Beruhigungsmittel gibt, sollte man
immer nach dem Koffeinkonsum fragen. Das Gleiche gilt für die Schmerzbehandlung.
In meiner medizinischen Praxis habe ich viele Menschen mit Schlaflosigkeit
und Angstzuständen erlebt, die geheilt wurden, als sie kein Koffein mehr
zu sich nahmen, desgleichen Patienten mit Kopfschmerzen, Rückenschmerzen
und anderen schmerzhaften Zuständen.
Drogen, sogar die weithin verwendeten „sanften
Drogen“, stellen kurz-
wie langfristig eine ernsthafte Gefahr für die geistige Gesundheit dar.
Weniger bekannt sind die psychischen Auswirkungen vieler weitläufig verwendeter
und verschriebener
Zu den Drogen unserer Zeit können auch Fernsehen, Internet,
rhythmische und emotional stimulierende Musik, Esoterik gehören, also
alles, was unser Gehirn, unser Denk- und Urteilsvermögen, unsere Entscheidungsfähigkeit
manipuliert oder (auch unbewusst) ausschaltet.
Medikamente gegen Allergien,
Herzkrankheiten, hohen Blutdruck, Schlaflosigkeit und viele andere Leiden.
Auf der Liste der Nebenwirkungen stehen unter anderem
Lethargie, Depressionen und Verwirrtheit. Andere Medikamente können Albträume
und Halluzinationen hervorrufen.
Zum Glück sind diese dramatischen Nebenwirkungen
selten, aber die Langzeiteinnahme solcher Medikamente kann zu mentalen und
emotionalen Problemen beitragen. Wo
immer möglich sollte man degenerative Probleme daher lieber mit einem
veränderten
Lebensstil heilen, statt sie durch Medikation lediglich im Zaum zu halten.
Eine
Anmerkung zur medikamentösen Behandlung psychischer Probleme: Die Wirkung
von Medikamenten ist nicht immer so, wie man es sich wünscht. Viele können
abhängig machen, und natürlich haben sie auch direkt oder indirekt
Auswirkungen auf Vernunft, Urteilsvermögen, geistige und körperliche
Motorik und den Willen des Menschen. Das heißt nicht, dass sie niemals
verwendet werden dürfen. Grundsätzlich sollte aber zuerst alles Mögliche
im Bereich des Lebensstils und natürlicher Heilverfahren unternommen werden.
Medikamente sind mit Vorsicht und Respekt zu gebrauchen.
Bevorzugen Sie milde
pflanzliche Mittel wenn Sie eine Unterstützung benötigen.
Die alte Heil- und Gewürzpflanze Safran bietet eine natürliche Alternative.
Medizinische Forschungen haben zu Studien über die Wirkung bei Depressionen und über die wachstumshemmenden
Eigenschaften bei Tumoren geführt.
Die ersten Ergebnisse geben Anlass zu großen Hoffnungen. Da es sehr große
natürliche Schwankungen der Inhaltsstoffe gibt, ist ein standardisierter
Safran-Extrakt zu empfehlen.
Wir empfehlen Ihnen hierzu das Thema „Depressionen“.
Luft
/ Sauerstoff
Frische Luft und Sonnenlicht sind, wie schon erwähnt, eng
mit Bewegung verbunden. betrachtete Frische Luft ist ein unverzichtbarer Heilfaktor.
Wo heute so viele
Menschen in einer verschmutzten Stadtumgebung leben, sollte man umso mehr auf
Frischluft achten, so gut es eben möglich ist. Man kann z. B. Hauptverkehrszeiten
meiden oder sich an Orten aufhalten, wo Bäume und Pflanzen sind. Es ist
auch wichtig, Schadstoffe in den Innenräumen zu minimieren. Nicht nur
Tabakrauch, auch Aerosole und synthetische Materialien (auch Duftstoffe in
Putz- und Waschmitteln,
Parfüm) erzeugen Dämpfe, die dem Gehirn schaden.
Ruhe / Stille /Schlaf
Ruhe ist ein „Lebens-Geheimnis“. Vermeiden
Sie Ablenkung durch Fernsehen, Radio usw. In der Stille und in der Zeit der
Besinnung können Sie neue Kraft
schöpfen. Vielleicht müssen Sie sich erst an einige stille Minuten
gewöhnen. Das kann Übung erfordern. Bald werden Sie spüren wie
Sie in der Stille regenerieren.
Es ist bekannt, dass Schlaflosigkeit sowohl Ursache als auch Folge von Depressionen
ist. Schlaflosigkeit kann die Folge von Koffein sein, anderen Drogen, Nikotin,
einem vollen Magen zur Schlafenszeit, Bewegungs- und Sauerstoffmangel, unregelmäßigem
Tagesablauf, Schichtarbeit usw. Schlafmangel kann bei gesunden Menschen Halluzinationen
und sogar Psychosen hervorrufen.
Regelmäßige Zeiten für Ruhe
und Schlaf sind für mentale
Gesundheit ein absolutes Muss. Dazu gehört auch der wöchentliche
Ruhetag. Wie oft hören wir gestresste, überarbeitete Menschen sagen,
dass nur noch der wöchentliche Ruhetag sie noch „am Leben erhält“.
In einem Spaß steckt oft viel Wahrheit! Feiertage bzw. Ferien sind für
die Gesundheit ebenso wichtig, und die jährlichen Feste, von denen uns
schon das Alte Testament berichtet, geben uns dafür ein gutes Beispiel.
Wir
empfehlen Ihnen hierzu auch das Thema „Schlafstörungen“.
Vertrauen
Mäßigkeit, Ruhe und Vertrauen in Gottes Kraft sind eng
miteinander verbunden. Gottvertrauen befähigt uns zu Mäßigkeit
und dazu, uns die nötige Ruhe zu gönnen, um geistig und körperlich
wieder aufzutanken.
Jeder Mensch braucht jemand, zu dem er Vertrauen hat. Misstrauen
und Angst führen
in eine Sackgasse.
Vertrauen in Gottes Kraft ist für wahre geistige Gesundheit
unerlässlich,
aber das ginge weit über den Rahmen dieses Artikels hinaus. Damit die
Wichtigkeit des Gottvertrauens dennoch gewürdigt wird, möchte ich
das folgende Zitat an den Schluss stellen: „Nichts fördert die Gesundheit
von Körper
und Seele mehr als Dankbarkeit und Lobpreis gegenüber unserem Schöpfer.“